1. Das Bangkok Syndikat 17


    Datum: 21.08.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... mit dem Präfekten?"
    
    „Nichts. Er ist untergetaucht, ohne dass wir etwas von ihm gehört haben. Unsere beiden Jungs hängen immer noch dort. Bisher hat sich niemand auf dem Grundstück gezeigt."
    
    Nori zögerte, warf einen Blick auf Christian, ging dann kurz entschlossen zu dem Taster und betätigte ihn, um dem Jungen etwas Spiel zu geben. Stöhnend sackte der Junge auf das Bett, Nori aber konzentrierte sich, um das Gespräch weiter zu belauschen. Wenn auch der Unterführer unverständlich flüsterte, so waren die Worte des Paten deutlich zu verstehen.
    
    „Hast du das Kopfgeld ausgesetzt?"
    
    Bonian schien mit seiner Antwort zu zögern. „Keiner wollte mich anhören. Es heißt, dass wir alle schon so gut wie tot sind. Selbst unsere engsten Kunden haben Angst und wissen nicht, woher die Übergriffe kommen. Es ist, als ob sich alle gegen uns verschworen hätten."
    
    Wangs Stimme klang finster und entschlossen. Wenn dem so war, musste er eine unkonventionelle Lösung finden. Doch vorher wollte er noch alle Register ziehen, die ihm zur Verfügung standen.
    
    „Such dir einen Lackaffen von der Regierung aus. Einen, der nicht zu weit oben steht, aber genug Bedeutung hat, um Bescheid wissen zu können. Bring ihn her. Ich will endlich wissen, was gespielt wird."
    
    Bonian zögerte nicht, Wang zu versichern, dass er verstanden hatte. Solange sein Chef kämpfen konnte und vor allem wollte, würde er ihm treu ergeben bleiben. In der Vergangenheit hatte der Pate schon oft genug von seiner Loyalität ...
    ... profitiert, dieses Mal würde es nicht anders sein.
    
    „Bonian?!? Gehen wir ein Stück. Ich muss unter vier Augen mit dir reden. Was ich dir befehlen werde, wird dir nicht gefallen, aber glaub mir, es führt kein Weg daran vorbei ..."
    
    „Christian!"
    
    Der junge Deutsche kauerte auf der Matratze und heulte vor Schmerzen vor sich hin. Nori setzte sich zu ihm und legte ihre rechte Hand auf seinen, durch ihre Schläge zerpeitschten Oberarm. Sie registrierte dieses unsägliche Zittern, das ihn neuerlich befallen hatte, auch schien er unter Schock zu stehen.
    
    „CHRISTIAN!"
    
    Wieder lag Ungeduld in ihrer Stimme, doch gelang es ihr, die sonst mit ihr einhergehende Wut zu unterdrücken.
    
    „Er bringt uns um, wenn ich nicht tue, was er sagt. Verstehst du?"
    
    Der Junge reagierte nicht. Sie wusste nicht, ob er sie hören oder verstehen konnte, ob sein Verstand nicht längst kapituliert hatte und für immer durch ihre Hand zerstört worden war.
    
    Sie löste sich von dem Jungen, stand auf und ging zurück in den Flur. Draußen am Gang war es ruhig, so wagte sie, die Tür zu öffnen. Vielleicht war es die letzte Gelegenheit? Sie schloss die Tür und griff zu ihrem Handy.
    
    „Katanaa! Hör mir zu! Wang ist hier im Klub, hörst du!?! Der Onkel muss sich beeilen!"
    
    Der Rechtsanwalt zeigte sich erstaunt, setzte zu einer Frage an, wurde jedoch augenblicklich von der Domina unterbrochen.
    
    „Hör mir nur zu! Gib dem Onkel Bescheid! Beeile dich! Sonst reißt dieser Wahnsinnige uns alle mit sich in den Abgrund ...
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