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Das Bangkok Syndikat 17
Datum: 21.08.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... Bangkok Alain wunderte sich, dass er schon seit einigen Tagen keinem „Kunden" mehr zu Willen sein musste. Von Kim wusste er, dass auch Tom geschont worden und in seiner Zelle geblieben war, lediglich Uaan hatte den Klub einmal mit Nori verlassen. Obgleich er nicht mehr vergewaltigt, gedemütigt und geschlagen wurde, quälte ihn die Ungewissheit, das eigene Schicksal betreffend, zumindest im gleichen Maße, wie die körperlichen und seelischen Grausamkeiten, denen er in den letzten Wochen immer wieder ausgesetzt worden war. Hoffnung und Angst wechselten im steten Rhythmus, bei jedem Geräusch auf dem Gang vor seiner Zelle durchlebte er den gleichen Horror, auch wenn dieser sich nun auf rein psychischer Ebene abspielte. Kim war den ganzen Tag unterwegs gewesen, nur einmal, um die Mittagszeit, hatte sie ihren Kopf in die Zelle gesteckt, um nach ihm zu sehen. Sie war stärker, als er geglaubt hatte, gab sich beherrscht, trotz ihrer Angst um die gemeinsame Zukunft. Sie schien seinen Beteuerungen nicht wirklich Glauben schenken zu wollen, obgleich er sich redlich bemühte, ihr Vertrauen endgültig zu gewinnen. Erkannte sie die Lüge hinter seinen Worten? Spürte sie, dass er selbst nicht daran glauben wollte, was er ihr gegenüber beteuerte? Es lag nicht einmal an seinen spießigen Eltern. Niemand in seinem Bekanntenkreis würde eine Thailänderin akzeptieren. Allein das Klischee der geheirateten Nutte erschien ihm unmöglich. Alain schloss die Augen, während das schlechte Gewissen in ...
... seine Gedanken hämmerte. Das Gefühl, einen Menschen derart abzuwerten, der ihm, der eigenen Gefahr trotzend, so sehr geholfen hatte, fraß sich ebenso intensiv wie quälend in seine Seele. Würde sie Geld von ihm nehmen, wenn dieser Wahnsinn hier endlich vorbei war? Es sah doch ganz danach aus, oder irrte er sich? Irgendeine tiefere Bedeutung musste es doch haben, dass man sie nicht mehr holen kam und in Ruhe ließ. Immer wieder durchdachte er diese Konstellationen. An nichts anderes konnte sich sein Gehirn mehr festhalten, so sehr er sich auch bemühte. Es gab nur seine Gefangenschaft, Kim, Tom, Christian, Nori, die Männer, die ihn vergewaltigten, diesen Klub, in dem er eine Hölle vor Augen geführt bekam, in der er selbst zu genau der Hure geworden war, die er sich früher selbst auf den Straßen oder in diversen Etablissements genommen hatte. „Kim! Warte!" Die blonde Thai-Domina wandte sich zu Nori um, die ihr durch das Treppenhaus nach unten gefolgt war. „Wie geht es Deinem Alain? Ist soweit alles okay mit ihm?" Noris Stimme klang überspitzt besorgt und höflich. Kim legte ihre Stirn in Falten und neigte den Kopf zur Seite. Sofort versteifte sie ihre Haltung und signalisierte damit ihre innere Anspannung, ohne dass deren Grund ersichtlich wurde. „Es wundert mich, dass er nicht mehr gebucht wird. Was hast du mit ihm vor?" Noris Blick schien die blonde Domina abzutasten wie ein Körperscanner auf dem Flughafen. „Tja ... Was könnte wohl der Grund sein, dass ...