1. Das Bangkok Syndikat 14


    Datum: 19.09.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... auf dessen Rücken.
    
    „Du hast schon Schwein. Kannst echt froh sein, dass du Freunde wie uns hast."
    
    Die anderen lachten, während der Beschenkte dankbar nickte. Chais Gedanken aber rasten, am liebsten wäre er zu dem Jungen hingestürzt und hätte ihm das Mobiltelefon aus den Händen gerissen.
    
    47. Fünfundzwanzigster Tag, abends, Bangkok
    
    Arlak erfreute sich großer Beliebtheit bei seinen Freunden. Schlank, mittelgroß, mit etwas knochigem Gesicht, blickte er verschmitzt in seine Welt, ein breites Grinsen auf seinen Lippen. Man mochte und schätzte ihn nicht nur, weil er ein gut laufendes Forum für die junge Schwulenszene Bangkoks unterhielt, sondern auch, weil er ein Mensch war, der am Leben Spaß zeigte, seine Freundschaften pflegte und stets zuverlässig zur Stelle war, wenn man ihn um Hilfe bat. Nur Beziehungen waren seine Sache nicht, zu sehr liebte er die Abwechslung. Er wollte sich an niemanden binden, sondern Vielerlei ausprobieren und seine Jugend genießen.
    
    Ungeduldig wartete der junge Mann darauf, bis auch der letzte seiner Freunde aufgegessen hatte, schob seinen Stuhl in jenem Moment zurück, als der letzte von ihnen seine Schale geleert hatte.
    
    „Entschuldigt bitte, Jungs."
    
    Erstaunt bemerkten die schwulen Freunde einen Mann, der langsam auf ihren Tisch zusteuerte. Mit seinem verschwitzten weißen Hemd, der einfachen Bundfaltenhose, ziemlich unansehnlichen Gesicht und einem Alter von mehr als vierzig Jahren entsprach er nicht gerade dem Beuteschema der ...
    ... wesentlich jüngeren Homosexuellen. Lediglich seine Stimme klang weich und ausdrucksstark, vielleicht war sie es, die den Ausschlag gab und die Gruppe der jungen Leute tatsächlich warten ließ.
    
    Chai lächelte in die fragenden Gesichter, kam näher und warf einen Blick auf Arlaks Handy, welches dieser immer noch in seinen Händen hielt.
    
    „Ich habe euer Gespräch mit angehört. Entschuldigt bitte, aber ihr habt euch so angeregt unterhalten, dass ich einfach nicht weghören konnte. Darf ich vielleicht auch mal einen Blick auf diesen Deutschen werfen? Er ist bestimmt hübsch, wenn ihr so begeistert seid?!?"
    
    Bis auf Arlak blickten sich die jungen Männer abwechselnd gegenseitig mit gerunzelten Stirnen und zusammengekniffenen Augen an. Sie konnten nicht viel mit diesem alten, hässlichen Kerl anfangen. Ihr Freund aber reichte dem Mann sein Telefon. Warum sollte er diesem auch solch einen einfach zu erfüllenden Wunsch verweigern?
    
    Chai hatte Mühe, seine Aufregung zu verbergen. Kaum dass er das moderne Smartphone in seinen Händen hielt und die Fotos des Deutschen betrachtete, hatte er auch schon die Gewissheit, dass er an seinem Ziel angelangt war. Die drei Deutschen waren dort drüben in diesem alten, zum SM-Bordell umgebauten Krankenhaus. Der erfahrene Ermittler hegte nun keinerlei Zweifel mehr.
    
    „Er ist ein richtiger Sklave.", meinte einer der Jungs.
    
    Er schien immer noch stolz darauf zu sein, dass ihr Geschenk so gut bei ihrem Freund angekommen war.
    
    Chai aber identifizierte nicht nur ...
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