1. Das Bangkok Syndikat 14


    Datum: 19.09.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... ärgerlichen Blick zu und folgte dann der Dame in das Gebäude, deren Äußeres im Kontrast zu den anderen Frauen ziemlich deplatziert wirkte.
    
    „Eine Bühne? Was für ein Kasperletheater wird denn hier aufgeführt?"
    
    Jasmin hielt inne und wandte sich zu der Gruppe um.
    
    „Wir zeigen hier SM-Shows mit allen Praktiken, die es so gibt. Ziemlich eindrucksvoll, bei uns wird nichts gestellt. Wir haben einen Kartenvorverkauf, wenn Ihr euch mal eine ansehen wollt, kann ich euch gerne die nötigen Infos geben."
    
    Chai spürte deutlich das Desinteresse der Jungen, was deren Sympathiewerte in seinen Augen in die Höhe schnellen ließ. Sie schienen keine Freude daran zu haben, sich am Leid und Schmerz anderer zu erfreuen. Er selbst aber musste nach einer weiteren Gelegenheit suchen, dieses Haus zu betreten und Jasmin hatte ihm soeben einen brauchbaren Anlass gegeben.
    
    „Wenn Sie mir zu einem späteren Zeitpunkt davon erzählen würden? Ich finde diese Stimmung in ihrem Haus sehr eindrucksvoll und würde gerne mehr darüber erfahren, was hier so alles geboten wird."
    
    Jasmins Blick wurde misstrauisch. Für einen kurzen Moment zeigte Chai Unsicherheit. Er konnte üblicherweise gut in den Gesichtern anderer Menschen lesen, doch Jasmins Reaktion auf seine Worte konnte er sich nicht erklären. Sie müsste doch eigentlich Interesse haben, ihn für ihr Haus zu begeistern.
    
    „Haben sie schon Erfahrungen mit SM gemacht?"
    
    Die Jungs folgten interessiert dem Gespräch. Ihr Onkel schien konkretere Wünsche zu ...
    ... haben, wenn er diese auch noch nicht offen aussprach.
    
    „Ja, aber nicht besonders viele. Dennoch genügend, um mich immer wieder daran zu erinnern und mir insgeheim mehr zu wünschen."
    
    Jasmins Gesichtszüge entspannten sich wieder.
    
    „Nun. Da sind Sie bei uns genau richtig. Wenn Sie möchten, können wir uns später etwas eingehender unterhalten. Vielleicht kann ich ihre Neugier ja etwas befriedigen."
    
    Chai nahm diesen Vorschlag nur zu gerne an. Er hatte die Kurve bekommen und spürte, dass Jasmins Unsicherheit ihm gegenüber verschwunden war. So folgten sie der Frau durch die Vorhalle hindurch und passierten eine schwere Brandschutztür, die seltsamerweise verschlossen war. Der Detektiv sparte sich seine diesbezügliche Frage, wollte er doch das Misstrauen der Hausdame nicht wiedererwecken.
    
    „Bitte lassen Sie sich von den etwas düsteren Verhältnissen in unserem Klub nicht irritieren, wir legen großen Wert auf entsprechendes Ambiente."
    
    Ihr aufgesetztes Lachen brach sich an den fensterlosen Mauern des Treppenhauses, während sich die Jungen und der Detektiv mühten, ihr zu folgen. Nachdem sie das zweite Kellergeschoss erreicht hatten, warf sich Jasmin gegen eine weitere schwere Stahltür und betrat einen langen Gang. Dieser erwies sich als deutlich schmäler als die vorherigen und mit erheblich weniger Verkehr als damals, als das Gebäude noch seine eigentliche Funktion erfüllt hatte.
    
    „Das ist die ehemalige Pathologie. Hier können unsere Damen ungestört arbeiten, ohne dass sich ...
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