1. Das Bangkok Syndikat 16


    Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... aus dem Bett und verließ das Zimmer.
    
    Neunundzwanzigster Tag, mittags, Bangkok
    
    Mit kurzen Ketten an Händen, Hals und Fußgelenken gefesselt saß Tom auf dem Bett, während Uaan auf einer schäbigen Matratze vor der ihm gegenüberliegenden Wand lag und Musik aus einem kleinen, würfelartigen MP3-Abspielgerät hörte. Auch sie hatte, zu ihrer und Toms Überraschung, vor drei Tagen einen Kunden gehabt. Erst hatte Uaan noch gefleht und geweint, als Nori sie zu einer ungewohnten Zeit aus der Zelle gezerrt hatte, doch im Nachhinein hatte sich die Situation für sie deutlich gebessert. Die Domina hatte sogar angedeutet, dass sie eventuell noch weitere Aufträge für sie hätte und sie damit eine gewisse Bedeutung für das Haus bekommen würde.
    
    Uaan wirkte locker und ausgeglichen, es war noch nicht lange her, dass sie ihren letzten Schuss bekommen hatte. Hasserfüllt blickte Tom auf sie hinab. Die Frau, die er zu lieben geglaubt hatte, war zu einem hörigen Zombie mutiert, der ihre Herrin in Schutz nahm, wann immer er konnte. Er traute ihr mittlerweile sogar zu, ihn zu verraten, wenn er versuchen würde, seine Flucht vorzubereiten. Zu wichtig waren ihr die Drogen mittlerweile schon geworden.
    
    Die kleine Thailänderin stellte das Gerät in ihren Händen leiser und sah fragend zu ihm auf. Wahrscheinlich hatte sie seinen Blick gespürt.
    
    „Brauchst du etwas, Tom? Soll ich dir Wasser bringen?"
    
    Er blickte sie nachdenklich an, fand etwas von der alten Schönheit in den Zügen ihres Gesichtes und ...
    ... versuchte die Tage in seinem Hotel auf Phuket in seiner Erinnerung wachzurufen, als er wundervolle Stunden mit ihr verbracht hatte.
    
    „Sie kommt!", merkte Uaan auf und kroch zur Tür.
    
    Mit sichtlicher Erregung presste sie ihr Ohr an die Zellentür und fieberte Noris Ankunft entgegen.
    
    Tom schloss seine Augen und atmete tief durch. Jeder Besuch dieses Scheusals verlangte ihm einiges seiner mentalen Stabilität ab, von der er nicht mehr allzu viel zu besitzen glaubte. Vielleicht würde er, ähnlich wie Christian und Alain, aufgeben und sein Schicksal akzeptieren, Nori hörig werden wie Uaan?
    
    Der Schlüssel wurde ins Schloss gesteckt, dann öffnete sich auch schon die Tür. Uaan warf sich der Domina regelrecht zu Füßen, hielt ihre Stiefel umklammert und bedeckte sie mit zahlreichen Küssen. Nori aber stieß sie mit einem Fußtritt von sich weg. An einer Kette zog sie ihren Sklaven hinter sich her, von dem Tom wusste, dass es sein Freund Christian war.
    
    „Schau dich um! Wir sind hier unter Freunden!"
    
    Nori schlug dem bizarren, in einem engen Gummianzug eingeschlossenen Geschöpf ihren Knüppel über den Rücken. Instinktiv versuchte sich der Geschlagene mit seinen Armen zu schützen, handelte sich hierdurch jedoch nur weitere, noch härtere Schläge ein. Wimmernd krümmte sich der von Nori Geprügelte zusammen, was die Domina tatsächlich bewegte, endlich von ihm abzulassen.
    
    „Lass ihn doch endlich in Ruhe, du Bestie!"
    
    Tom war voller Zorn, während Uaan sich ängstlich in die entlegenste ...
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