1. Das Bangkok Syndikat 16


    Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... Ecke der Zelle verkroch, um Noris Schlagdistanz zu entkommen.
    
    Die Domina aber ließ sich keinesfalls provozieren, kniete sich an der Seite ihres Sklaven nieder und zog ihm die schwarze Maske vom Gesicht. Verwirrung war in Christians Gesichtszügen zu lesen, er schien den Grund für Noris Handeln zunächst nicht zu begreifen. Erst allmählich dämmerte dem jungen Deutschen, wer da vor ihm auf dem Bettgestell saß. Ungläubig staunend öffnete er seinen Mund, während sein Körper heftig zu zittern begann. Nach einem langen Moment des Zögerns senkte er schließlich seinen Blick und starrte vor sich auf den Boden.
    
    „Chris! Mensch, Chris! Komm endlich wieder zu dir!"
    
    Als Tom sich erheben und seinem Freund nähern wollte, stieß ihn Nori wieder zurück auf die Matratze. In ihren Zügen waren weder Wut noch Hass zu finden, am ehesten noch Genugtuung.
    
    „Was hast du mit ihm gemacht? Hast du etwa auch ihn mit Deinen Drogen vergiftet?"
    
    Nori lächelte, während ihr Blick weiterhin auf ihren Sklaven gerichtet blieb, der zu ihren Füßen hockte.
    
    „Nein. Alles eine Frage der Erziehung."
    
    Die Domina setzte sich auf Christians Rücken und streichelte über dessen Haarschopf. Sie schien in diesem Moment wirklich so etwas wie Glück, zumindest aber Freude zu empfinden.
    
    „Du bist so ein krankes Weib! Weißt du das eigentlich?"
    
    Die Angesprochene fixierte Tom mit ihren dunklen Augen, antwortete aber nicht. Tom gab nicht auf, wollte sie zu einer Reaktion auf seine Worte zwingen und setzte ...
    ... nach.
    
    „Warum tötest du ihn denn nicht gleich? Hast doch schon jetzt kaum etwas von ihm übrig gelassen. Wahrscheinlich wäre es ohnehin eine Gnade für ihn."
    
    „Er wird bald nur noch mich sehen, du wirst schon sehen. Alles andere hat dann für ihn keine Bedeutung mehr. Er gehört mir und beginnt das mittlerweile auch zu verstehen."
    
    Tom schüttelte seinen Kopf, diese Frau war schlichtweg dem Wahnsinn verfallen, vollkommen irre und fern jeglicher Realität.
    
    „Indem du alles andere aus ihm heraus folterst? Was bleibt dann noch von ihm erhalten? Nichts mehr, rein gar nichts! Auch nichts von dem, was du im Moment noch zu respektieren und zu mögen glaubst. Begreifst du das nicht? Du zerstörst ihn! Irgendwann ist nur noch ein Haufen Fleisch und Knochen von ihm übrig. Ist es das, was du erreichen willst, du herzloses, geisteskrankes Monster?"
    
    Nori sprang auf und schlug Tom ihre rechte Faust mit ungehemmter Wucht ins Gesicht. Röchelnd kippte der Deutsche nach hinten, seine untere Lippe war aufgeplatzt. Blut lief über seine Wangen und befleckte die Matratze.
    
    Christian aber gab unartikulierte Laute von sich und zitterte am ganzen Leib. Auch Uaan begann nun zu heulen und vermochte ihre Angst vor der Domina nicht mehr zu verbergen.
    
    Nori sah verwirrt auf ihren Sklaven hinab. Über Toms Körper gebeugt hatte sie mit ihrem Gummiknüppel bereits zu einem gewaltigen Hieb ausgeholt, als sie von Christians seltsamen Lauten abgelenkt worden war.
    
    Tom aber raffte sich auf, spuckte Blut und starrte ...
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