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Das Bangkok Syndikat 16
Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... wenige von ihrem Mann dabei? „Ich gehe lieber. Es tut mir leid, Maria, ich weiß nicht, was in mich gefahren ist.", flüsterte er mit trauriger Stimme. Natürlich hatte sie seine Worte vernommen, blieb aber dennoch unverändert mit ihm zugewandten Rücken liegen. Er hatte sich also geirrt, die Gefühle zwischen ihnen waren nicht stark genug. Zumindest nicht die ihren. „Ich möchte deine Gesellschaft nicht aufs Spiel setzen, Maria. Dazu habe ich sie in den letzten Tagen viel zu sehr genossen. Bitte lass es nicht enden zwischen uns, nur weil ich einen schrecklichen Fehler begangen habe. Mir reicht deine Freundschaft, das möchte ich dir versichern." Maria drehte sich halb zu ihm hin, ohne ihn allerdings anzusehen. „Geh jetzt bitte. Du trägst nicht mehr Schuld an dieser Situation als ich. Dennoch hast du recht damit. Ruf morgen an, wenn du kommen möchtest. Wenn ich in diesem Land nicht dem Wahnsinn verfallen möchte, werde ich deine Gesellschaft brauchen, wenn du sie mir weiterhin gewähren möchtest." Dreißigster Tag, morgens, Bangkok Verdammt! Was war nur los? Warum zögerte er denn? Er dachte an diese Nori. Seitdem er vor einigen Stunden aufgestanden war, ging sie ihm nicht aus dem Kopf. Es war nicht nur ihre Rolle in seinem Ermittlungsfall, die ihn beschäftigte, sondern auch die Art, wie sie bei ihrem zweiten Aufeinandertreffen mit ihm umgegangen war. So kalt und herzlos sie sich ihm gegenüber auch gegeben hatte, so intensiv waren die Eindrücke und Gefühle gewesen, ...
... die er durch sie hatte erleben dürfen. Er blickte auf sein Handy, dessen Display die Nummer des Klubs anzeigte. Er musste nur noch die grüne Taste drücken, einen neuen Termin vereinbaren und die Verhandlungen konnten beginnen. Noch einmal atmete er tief durch, dann glitt sein Daumen zur Wähltaste. Nach drei Freizeichen meldete sich die Chefin des Klubs. „Club Bizarr, Sie sprechen mit Jasmin. Was kann ich für Sie tun?" „Guten Morgen! Ich weiß nicht, ob Sie sich an mich noch erinnern können. Ich war vor zwei Tagen bei Ihnen und würde gerne einen neuen Termin vereinbaren." Jasmin schien nachzudenken, anscheinend hatte sie Mühe die Stimme richtig zuzuordnen. „Es tut mir leid, wir hatten vorgestern viele Besucher. Könnten Sie mir helfen und den Namen Ihrer Herrin nennen?" „Nori! Es war aber auch noch eine ihrer Sklavinnen anwesend." Ein munteres Lachen war zu vernehmen, die Stimme der Klub-Chefin wurde merklich herzlicher. „Aber natürlich! Wie könnte ich unseren Onkel auch vergessen. Es freut mich, dass es Nori offenbar gelungen ist, Ihr Interesse zu wecken. Warten Sie bitte einen kurzen Moment! Ich schau schnell in ihrer Kartei nach. Kämen Ihnen ein gewisser Zeitpunkt oder zumindest ein Tag besonders gelegen?" Chai überlegte. Er wollte nicht allzu lange warten. Die Zeit, die ihm eingeräumt wurde, war zu kostbar, als dass er sie mit sinnlosem Zuwarten vergeuden wollte. „Morgen ist der einzige Tag, an dem ich dieser Woche noch nicht völlig verplant ...