1. Das Bangkok Syndikat 16


    Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... kommt wieder zu sich."
    
    Viktor warf den beiden einen kurzen Blick zu, als diese zum Bett geeilt kamen. In ihren Gesichtern las er noch immer Schmerz und Unsicherheit.
    
    „Knebel sie lieber! Ich möchte nicht, dass sie womöglich zu schreien beginnt."
    
    Schnell griff der Kasache in die Tasche der Domina, deren Inhalt er bereits eingehend in Augenschein genommen hatte. Der darin befindliche Ballknebel würde jetzt von gutem Nutzen sein.
    
    „So, und jetzt macht unsere teure Freundin mal ganz lieb ihr Mündlein auf."
    
    Noris Gesichtszüge ließen nur eine einzige Emotion erkennen, maßlose Wut. Sie versuchte ihren Mund mit aller Kraft geschlossen zu halten, erkannte aber schnell, dass dies nur ein kurzes Aufbegehren bleiben würde. Der Kerl hielt ihr einfach die Nase zu und presste gleichzeitig den Knebel mit großem Druck auf ihre Lippen, bis sie schließlich den Mund widerwillig öffnete.
    
    „Es tut mir leid, dass Sie uns zu diesen Maßnahmen zwingen, Mistress Nori, aber anders ist es wohl nicht möglich, mit Ihnen ein zivilisiertes Gespräch zu führen."
    
    Die Domina wandte sich dem Detektiv zu, während ihr Speichel bereits aus den Mundwinkeln zu rinnen begann. Ihre Augen fixierten den Ermittler eher erwartungsvoll, denn aggressiv.
    
    Chai räusperte sich, setzte sich auf den Rand des Bettes und hielt Nori einige Fotos vors Gesicht.
    
    „Alain, Tom und Christian. Sie haben die drei jungen Männer nach Bangkok gelockt, ihre Entführung arrangiert und sie in Ihre Gewalt gebracht. Mein ...
    ... Auftraggeber möchte sie zurückhaben und wieder in Sicherheit wissen. Mir ist bewusst, dass die Umstände, in denen die Jungen sich befinden, äußerst gefährlich sind und Sie einer Organisation dienen, die berüchtigt ist, Unliebsames aus der Welt zu schaffen. Deshalb werden wir beide, Sie und ich, gemeinsam daran arbeiten, diese jungen Männer zu befreien und dorthin zurückzubringen, wo sie hingehören."
    
    Er zeigte der Gefesselten ein weiteres Foto, auf welchem ein Gebäudekomplex abgelichtet war, den sie sofort wiedererkannte.
    
    „Dort sind Sie aufgewachsen. Kanya Thawan, geboren am vierzehnten Juni neunzehnhundertfünfundachtzig in der Provinz Chiang Rai. Ihr Geburtsort wurde von Ihren Eltern nicht angegeben."
    
    Nori starrte den Ermittler ungläubig an. Woher hatte er nur diese Informationen?
    
    Chai erriet ihre Gedanken und lächelte.
    
    „Sie erinnern sich noch an die Adresse, die sie den Jungen gegeben haben, bevor Sie nach Bangkok zurückgeflogen sind?"
    
    Nori zeigte keine Regung und starrte ihren Gesprächspartner fassungslos an.
    
    „Es war zwar nicht die richtige Nummer, die Sie den Jungs genannt hatten, doch das Waisenhaus ist das einzige Gebäude in dieser Straße, das aus dem Rahmen fällt. Ich dachte mir also, dass es sich lohnen könnte, dort mal ein wenig nachzuforschen. Wissen Sie eigentlich, dass der Direktor mittlerweile auf seine Aburteilung wartet? Die Geschäfte mit Wang haben ihm letztendlich das Genick gebrochen. Vielleicht sollten Sie selbst darauf bedacht sein, dass Ihnen ...
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