1. Das Bangkok Syndikat 16


    Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... nichts Ähnliches widerfährt."
    
    Vergeblich versuchte sich die Domina zu beherrschen. Sie schien ehrlich schockiert zu sein über den Wissensstand dieses Detektivs. Doch dieser war mit seinen Ausführungen noch lange nicht fertig.
    
    „Sie arbeiten jetzt seit mittlerweile rund neun Jahren im Club Bizarr, abgesehen von Ihnen noch weitere neun Dominas, zudem beinahe drei Dutzend Sklavinnen und Sklaven, die sich für Sie prostituieren, unsere drei Freunde nicht mitgerechnet. Nach außen hin spielt zwar Jasmin die Chefin, doch das eigentliche Regiment führen in Wahrheit Sie. Wang scheint großes Vertrauen in Sie zu haben, nicht wahr?"
    
    Chai lächelte zu der gefesselten Frau hinab und genoss seinen Triumph über sie in vollen Zügen.
    
    „Sie fragen sich, woher ich das alles weiß? Nun ... Geld öffnet jede Tür und jedes Tor, wenn der Betrag nur hoch genug angesetzt ist. Auf jeden Fall kann ich Ihnen versichern, Mistress Nori, dass Sie sich ab nun niemals wieder sicher sein können, wer in diesem Haus ein Spitzel ist und wer nicht. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum wir beide uns einig werden sollten. Ein weiterer ist, dass ich mit Wang natürlich auch direkt verhandeln und ihm Lösegeld anbieten könnte. Selbstverständlich bräuchten wir dann einen Sündenbock für die Entführung der drei Deutschen, aber dieser wäre sicher schnell gefunden, nicht wahr?"
    
    Nori verstand nur zu gut, worauf dieser Mann hinauswollte, der Sündenbock wäre unzweifelhaft sie selbst.
    
    „Dass ich diese Option ...
    ... nur ungern wählen würde, dürfte auf der Hand liegen. Wangs Reaktion ist schwer einzuschätzen. Vielleicht ist seine Sorge, dass man ihm etwas anhängen könnte, größer als seine Gier nach Geld? Auch wäre der Preis für die drei Männer bei Wang wohl ungleich höher als bei Ihnen, nicht wahr?"
    
    Chai schwieg einen kurzen Moment und nickte der Domina gnädig zu.
    
    „Wir sollten vernünftig sein, Mistress Nori, und miteinander ins Geschäft kommen. Alles andere würde Komplikationen mit sich bringen, die wir beide nur sehr schwer kontrollieren könnten."
    
    Der Detektiv nickte Viktor zu, erhob sich und richtete das Wort nochmals an die Domina.
    
    „Wir haben nicht viel Zeit. Uns ist durch Ihre Ohnmacht leider schon eine Stunde verloren gegangen. Ich gebe Ihnen nun genau fünf Minuten Bedenkzeit, dann verhandeln wir. Sind Sie einverstanden?"
    
    Die Domina nickte, auch sie schien nicht daran interessiert zu sein, weiterhin Zeit mit einem unnötigen Theaterspiel zu verschwenden. Der Ermittler hatte seine Karten offen auf den Tisch gelegt, nun war es an ihr, es ihm gleichzutun.
    
    Einunddreißigster Tag, früher Abend, Bangkok
    
    Die um sie herumstehenden Männer völlig aus ihrer Wahrnehmung ausklammernd starrte die Domina mit ausdrucksloser Miene vor sich hin. Der Ermittler versuchte vergeblich, die Gedanken der gefesselten Sadistin zu erahnen und in ihren Gesichtszügen zu lesen. Nicht die kleinste Regung verriet ihr Ansinnen und half ihm weiter.
    
    „Kann ich dich kurz reden, Onkel Chai?"
    
    Der ...
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