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Das Bangkok Syndikat 16
Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... sind fertig für heute. In einer Woche sehen wir uns wieder. Die Rechnung für die heutige Session kannst du auch noch beim nächsten Termin begleichen. Ich habe dir den Betrag per Kurznachricht auf dein Handy geschickt." Nori ging neben Chai in die Hocke und strich mit ihren Lederhänden vorsichtig über die geschundene und stark gerötete Haut seines Gesichts. Ihr Blick wirkte ebenso spöttisch wie amüsiert. „Ich werde mein Wort halten, du wirst sehen. Aber beim nächsten Mal möchte ich konkrete Ergebnisse sehen, sonst verdopple ich den Preis." Ihre rechte Hand klatschte in schnellem Rhythmus mehrmals auf seine Wangen. „Es hat dir Spaß gemacht, Sklave, das sehe ich. Du wirst sehen, bald wirst du dir nichts anderes mehr von mir wünschen." Chai schloss die Augen. Er wollte jetzt nicht denken, nur ausruhen, erholen von dem, was er gerade durchlebt hatte. Einige Minuten später hörte er die Tür, dann war er endlich allein. Hatte sie etwa recht mit ihrer Ankündigung, er würde sich schon in Kürze nichts anderes mehr von ihr wünschen? Er fühlte sich elend, wenn er an Uaan dachte, schuldig und von einem intensiven, schlechten Gewissen geplagt. Wie lange er dort gelegen hatte, wusste Chai nicht. Erst als ihm jemand einen kalten, feuchten Lappen ins Gesicht drückte, kehrte wieder etwas Leben in ihn zurück. „Dieses Spiel, das du spielst ..., mir ist nicht so ganz klar, wer daraus als Gewinner hervorgehen wird." Der Detektiv atmete tief durch. „Du hast ...
... zugesehen?" Müde sah er zu seinen Freund und Leibwächter auf. Zu seiner Erleichterung schüttelte Viktor den Kopf. „Ich wusste, dass sie dich braucht, genauso wie du sie. Deshalb habe ich Deiner Anweisung Folge geleistet. Aber dass du dich nicht gerade mit Ruhm bekleckert hast, sehe ich auch so." Viktor beugte sich zu dem schmächtigen Ermittler hinab, griff nach dessen rechtem Handgelenk, zog ihn in die Höhe und stellte ihn auf die Füße. „Ich glaube sagen zu dürfen, dass ich nicht wirklich über eine gute Menschenkenntnis verfüge, Chai, aber diese Frau ist einfach nur krank. Kaputte Ware, die weder Gewissen noch Reue kennt. Wenn sie nicht mehr von dir abhängig ist, wird sie dich zugrunde richten. Lass nicht zu, dass es irgendwann so weit kommen wird." Chai fühlte sich elend. Die kleine Thai hatte für ihn durch die Hölle gehen müssen und er hatte es auch noch genossen? Was war nur mit ihm passiert? „Wenn du dich angezogen hast, fahre ich dich in ein anderes Quartier. Hier bist du nicht mehr sicher." Chai hatte Viktor nur beiläufig zugehört. Er fing seine Klamotten auf, die der Kasache ihm zuwarf, dann begann er sich anzukleiden. „Trink heute noch etwas und geh dann schlafen! Morgen überlegst du dir dann, wie du dieser Frau Herr werden kannst. Zeig ihr endlich, wie gerissen du wirklich bist, Chai!" Fünfunddreißigster Tag, morgens, Bangkok Wie in den langen Nächten zuvor, war Tom auch in dieser kaum Schlaf vergönnt gewesen. Wenn seine Gedanken dann doch irgendwann ...