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Das Bangkok Syndikat 16
Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... ihr heraus. „Was wird mit mir, wenn du nicht mehr da bist? Sie braucht mich dann doch nicht mehr. Erinnerst du dich nicht daran, was sie gesagt hat? Ich bin doch tot, wenn du nicht mehr hier bist." Ihr Oberkörper wippte vor und zurück, in diesem Moment beherrscht von ihrer Angst. Doch die Uhr tickte, schon in absehbarer Zeit würde der Wunsch nach ihrem nächsten Rausch alles andere verdrängen. Was war schlimmer? Diese Angst oder der Entzug? In diesem Moment vermochte sie es nicht zu sagen. Mit einem Schlag war Tom hellwach, stieg aus dem Bett und hockte sich vor Uaan auf den Boden. „Mit wem hat Nori gesprochen, Uaan? Hast du diesen Mann vorher schon einmal irgendwo gesehen?" „Ja. Er war schon mal hier im Klub. Nori hat mich bei einer Session gebraucht ..." Sie sah kurz zu Tom auf, ging aber nicht weiter darauf ein. „Ist das der Grund, warum sie mich in Ruhe lässt? Sag schon, Uaan, was haben sie miteinander gesprochen?" Die letzten Worte hatte er ihr regelrecht entgegen gefaucht. Er packte ihren Oberkörper und begann sie zu schütteln. Beinahe hätte er dem aufkommenden Wunsch nachgegeben, sie zu schlagen. Er hatte eine Chance, hier rauszukommen und sie dachte nur an sich? Der Gedanke holte ihn aus seiner Raserei und ließ ihn zur Ruhe kommen. Sanft drückte er das weinende Mädchen an seinen Oberkörper. Wie lange hatte er ihr diese körperliche Nähe verweigert, aus Hass und Abscheu vor ihrem Gekrieche vor dieser beschissen Sadistenfotze? „Komm, Uaan! ...
... Bitte! Versuche dich zu erinnern. Was haben die beiden miteinander besprochen? Glaubst du wirklich, ich würde dich hier zurücklassen? Wenn Nori uns gehen lässt, dann bist du unwichtig für sie. Warum sollte sie dir dann noch etwas antun?" Uaan nickte, sammelte ihre Gedanken und versuchte sich an Details des Gespräches zu erinnern. Es war ja nicht wirklich viel, was sie wusste, nur dass die beiden miteinander in Verhandlungen standen und „der Onkel", wie Nori den Fremden nannte, etwas für die Domina erledigen sollte. Entnervt gab Tom schließlich auf. Dennoch behielt er das Mädchen in seinem Arm. War es nicht auch seine Schuld, dass sie hier waren? Er musste an Christian denken. Wie es ihm wohl ging? Ob er Nori nach ihm fragen durfte? Die Gedanken rasten wie Schnellzüge durch seinen Kopf, ließen ihn keine Ruhe mehr finden. Warum wohl sollte sich Uaan sonst solche Sorgen machen? Es musste etwas Wahres dran sein an dieser Geschichte. Tom biss sich auf die Lippen, mit der Hoffnung kehrte auch etwas von seiner alten Kraft zurück. Fünfunddreißigster Tag, vormittags, Bangkok Auch Chai hatte in der letzten Nacht sehr schlecht geschlafen. Er hatte von ihr geträumt, der Frau, die in der Lage war, Menschen zu foltern und sie psychisch wie physisch zu zerstören. Er stöhnte, ein anderer Gedanke durchpflügte sein Gehirn, banal und primitiv, wie ihn nur niedere Triebe beim Menschen auszulösen imstande sind. Der Detektiv erinnerte sich an ihren Geruch, an die Feuchtigkeit ihrer ...