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Das Bangkok Syndikat 16
Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... kontrolliert wird." Doktor Katanaa stellte die naheliegende Frage. „Und welches?" Unsicher schweiften Chais Blicke zwischen seinen beiden Gesprächspartnern hin und her. Er zögerte noch einen kurzen Augenblick, dann rang er sich zur Antwort durch. „Das des Sadomasochismus." Der Rechtsanwältin wich augenblicklich die Farbe aus dem Gesicht, taumelnd versuchte sie am Fußteil des Doppelbettes Halt zu finden. Doktor Katanaa sprang aus seinem Sessel und stützte die entsetze Frau, auch Chai zeigte seine Sorge. „Es tut mir leid, ich hätte ihn diese Offenbarung wirklich gerne erspart." Unfähig, das Gehörte zu verarbeiten, nahm Maria Silami auf dem Stuhl vor dem kleinen Schreibtisch Platz. Natürlich hatte auch sie schon von dieser Szene gehört, doch wusste sie nahezu nichts darüber. War ihr Sohn vielleicht gestört? Hatte er ihr wirklich all die Jahre etwas vorgespielt? Doch wenn es so war, woher kam diese Störung? „Sollte ich vielleicht einen Arzt kommen lassen, meine Liebe?", brach Doktor Katanaa das Schweigen. Die Anwältin schüttelte den Kopf. „Wie kommen Sie darauf? Erklären Sie mir das bitte näher." Chai zeichnete in groben Zügen die letzten Tage nach, verheimlichte auch nicht, dass es eine Domina gewesen war, die ihn auf diese Fährte gelockt hatte. „Und was gedenken Sie jetzt zu tun?" Der Detektiv faltete seine Hände und zeigte einen Moment lang Anzeichen von Unsicherheit. Er schien schon selbst über diesen Punkt nachgedacht zu haben. „Ich ...
... würde gerne etwas mehr über die Umstände des Aufenthaltes Ihres Sohnes und seiner Freunde in diesem Klub erfahren. Mit ein wenig Geduld kann ich vielleicht auch einen Kontakt zu ihnen herstellen und ..." Frau Silami erhob sich und baute sich vor dem Ermittler auf. Sie war außer sich. „Sie wissen, wo sich mein Sohn aufhält und wagen es von Geduld zu sprechen? Rufen Sie die Polizei an und sagen sie denen, sie sollen gefälligst mein Kind dort rausholen! Warum zögern Sie? Ich will nicht mehr warten müssen! Holen Sie ihn dort raus, verdammt noch mal!" Doktor Katanaa, der das Gespräch aufmerksam im Hintergrund verfolgt hatte und bislang ruhig geblieben war, stellte sich an Maria Silamis Seite und legte ihr zur Beruhigung seine rechte Hand auf die Schulter. „Bitte, meine Liebe, geben Sie dem Mann eine Chance, sich zu erklären. Er wird sicherlich seine Gründe haben, dass er die Behörden außen vor gelassen hat. Wir wissen doch beide, wie wichtig Geduld in heiklen Situationen ist und diese hier scheint wahrlich eine zu sein." Chai sah zu der Frau hoch, die sich abwenden musste, um ihre Tränen vor ihm und ihrem Kollegen zu verbergen. Sie tat ihm leid, sehr sogar. „Die Mafia reagiert sehr schnell auf Veränderungen, die sie als bedrohlich für sich und ihre Geschäfte erachtet. Diese Schattengesellschaft ist in Bangkok bestens vernetzt, man muss also damit rechnen, dass sie von ihren nahezu zahllosen Informanten gewarnt wird. Ihre Reaktion würde wahrscheinlich schlimmste ...