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Die Burg Kapitel 03
Datum: 08.06.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... sollte. „Frau Gräfin ist eine Frau, die es nicht mag, wenn sich Fremde in der Burg aufhalten. Ihr wäre es am liebsten, wenn ihr es alleine machen könntet, auch wenn es dadurch länger dauert!" Ich überlegte einen Moment. Warum nicht? Ich hatte Zeit und auf mich wartete nichts, was sich lohnte, hinterher zu rennen. „Gut!", sagte ich, „Wenn Frau Gräfin es wünscht, kann ich es alleine machen. Ich werde ihnen eine Liste zukommen lassen, was ich an Material und Werkzeug benötige. Sobald ich das habe, könnte ich damit anfangen!" Nachdem Conlin ein Lesezeichen in das Buch gelegt hatte, schlug er es zu, wobei eine kleine Staubwolke entstand. Es kitzelte uns beiden in der Nase und wir mussten niesen. „Entschuldigt junger Herr!", meinte Conlin, stand auf und sagte: „Kommt mit, ich werde euch etwas zeigen!" Wir verließen das Gebäude und wandten uns dem intakten Wirtschaftsgebäude zu. Hier öffnete er die Tür und wir standen in einem größeren Raum. Da ich mir das gut erhaltene Gebäude nicht von innen angeschaut hatte, wusste ich auch nicht, was sich darin befand. Eins musste man Frau Gräfin oder Conlin lassen, sie überließen wenig dem Zufall. In dem Raum stand alles, was man sich als Steinmetz hätte träumen lassen. Vom Hammer bis Meißel und das in vielen verschiedenen Größen und Formen. Doch nicht nur das. Auch die modernsten Maschinen waren vorhanden, von der Kreissäge, bis hin zum großen Bohrhammer. Alles, was das Herz eines Steinmetzes begehrte. Der dazugehörige ...
... Stromgenerator war natürlich auch vorhanden, denn eine Steckdose, hatte ich nirgends entdeckt. „Material findet ihr hier im Nebenraum oder draußen an der Seite des Hauses!" Dazu machte Conlin die entsprechende Bewegung, indem er auf eine Tür zeigte, die von dem Raum abging. Ich ging hin und öffnete die Tür. Das Lager war voll mit alten Steinen, die zum Gesamtbild der Burg passen würden. Nichts sah schlimmer aus, als wenn man zum Beispiel neue Ziegelsteine in eine alte Mauer einfügte. Dann entstanden hässliche Flickenteppiche. „Und?", frage Conlin, als ich zu ihm zurückkam, „Ist die Auswahl gut getroffen? Ich habe mir größte Mühe gegeben, alles so zu besorgen, dass es euch an nichts mangelt. Sollte euch doch noch etwas fehlen, sagt es mir und ich werde es euch besorgen!" Conlin war alles anderes als dumm, das bewies er mir auf beeindruckende Weise, denn dies alles zu besorgen und an alles zu denken, war nicht einfach. Selbst ich hätte etwas vergessen und ich kam aus dem Fach. Conlin sicher nicht. „Alles bestens!", sagte ich und ich meinte, ein kleines Lächeln, über sein Gesicht huschen zu sehen. „Ich wollte mich zuerst um die Zinnen kümmern und besonders die auf dem Bergfried. Ich befürchte, dass jemand zu schaden kommen könnte, wenn weitere Teile davon herunterstürzen. Doch ich habe schon versucht ganz oben hinaufzukommen, doch dort ist eine Falltür, die sich nicht öffnen lässt!" Conlin sah mich seltsam an. „Welche meint ihr?" „Es müsste die letzte zum ...